Die KRC – seit 1995
Die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) ist eine gemeinsame Kommission der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands. Sie bewertet refraktiv-chirurgische Eingriffe nach dem jeweiligen Stand der Wissenschaft. Die hier genannten Werte entsprechen dem Stand Mai 2024.
Für jedes Verfahren unterscheidet die KRC zwei Zonen – und der Unterschied zwischen ihnen ist der Unterschied zwischen einer Routinebehandlung und einem Eingriff mit erhöhtem Risiko.
Der Bereich, in dem das Verfahren als geeignet anzusehen ist und Nebenwirkungen selten sind. Es gelten die üblichen Anforderungen an die Aufklärung.
Der Bereich, in dem das Verfahren noch angewendet werden kann – aber mit zunehmend schlechteren Ergebnissen und häufigeren Nebenwirkungen. Erhöhte Aufklärungspflicht.
Die Anwendung ist nicht empfehlenswert. Wird dennoch operiert, muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden.
Wo wir operieren – und wo nicht
Beide Verfahren, die wir anbieten, haben eigene Grenzwerte. Die farbigen Bänder zeigen die KRC-Zonen.
Trans-PRK
Bei Weitsichtigkeit kennt die KRC für die Oberflächenbehandlung keinen Anwendungsbereich – sie liegt von Beginn an im Grenzbereich (bis +3 dpt). Deshalb behandeln wir Weitsichtigkeit nicht mit Trans-PRK.
Femto-LASIK
Myopie und Astigmatismus werden addiert
Ein Detail, das häufig übergangen wird: Liegt neben der Kurzsichtigkeit auch ein Astigmatismus vor, ist laut KRC die Summe beider Werte maßgeblich – nicht das sphärische Äquivalent. Das verschiebt die Grenze deutlich nach unten.
Beispiel Trans-PRK, Anwendungsbereich bis −6 dpt
Nicht jede LASIK ist eine Femto-LASIK
Bei der LASIK wird eine dünne Hornhautlamelle – der Flap – angehoben, bevor der Excimerlaser darunter arbeitet. Für das Anheben gibt es zwei Techniken, und beide dürfen sich LASIK nennen:
Femto-LASIK
Der Flap wird berührungslos mit Laserpulsen angelegt. Dicke und Randgeometrie sind planbar und über die gesamte Fläche gleichmäßig.
Klassische LASIK
Der Flap wird mit einer oszillierenden Klinge geschnitten – in der KRC-Beschreibung ein „Hobel“. Die Dicke schwankt stärker, weil sie vom Gewebewiderstand abhängt.
Der Unterschied steht in der Richtlinie
Die KRC formuliert für beide Techniken unterschiedliche Kontraindikationen. Entscheidend ist die Hornhautdicke vor dem Eingriff – und beim mechanischen Schnitt verlangt die Richtlinie 20 μm mehr Reserve:
Mindest-Hornhautdicke vor der Behandlung
Der Aufschlag von 20 μm ist der Sicherheitspuffer, den die Fachgesellschaft für die geringere Präzision des mechanischen Schnitts einkalkuliert. Unabhängig davon gilt für beide Techniken: Unter dem Flap muss ein Hornhautbett von mindestens 250 μm stehen bleiben – auch nach einer späteren Nachkorrektur.
Bei uns: SCHWIND ATOS
Wir erzeugen den Flap ausschließlich mit dem SCHWIND ATOS, einem Femtosekundenlaser. Kein mechanisches Mikrokeratom – weder als Regel noch als Ausnahme, und unabhängig vom Preis: Beide Verfahren kosten bei uns 990 € pro Auge.
ATOS und Amaris stammen vom selben Hersteller und sind aufeinander abgestimmt. Der Femtosekundenlaser legt den Flap an, der Excimerlaser modelliert darunter die Hornhaut – eine durchgehende Plattform statt zweier Geräte, die sich zufällig im selben Raum befinden.
Was wir bewusst nicht anbieten
Der ATOS beherrscht auch die Lentikelextraktion. Wir setzen sie nicht ein. Nicht weil das Gerät es nicht könnte, sondern weil zwei Verfahren, die täglich laufen, verlässlicher sind als zehn, die gelegentlich laufen. Die Beschränkung ist eine Entscheidung, keine Einschränkung der Ausstattung.
Vier Fragen, die Du vor jeder Laser-OP stellen solltest
Auch bei uns. Ein Anbieter, der sie nicht sofort beantworten kann, ist die falsche Adresse.
- Womit wird der Flap erzeugt – Femtosekundenlaser oder mechanisches Mikrokeratom? Beides heißt „LASIK“.
- Wie dick ist meine Hornhaut, und wie viel Gewebe bleibt nach der Behandlung darunter stehen?
- Liege ich im Anwendungs- oder im Grenzbereich der KRC-Empfehlungen?
- Wer operiert – und wie viele dieser Eingriffe führt diese Person im Jahr durch?
Wir lehnen Fälle ab, die andere annehmen
Ein niedriger Preis lässt sich auf zwei Arten erreichen: über die Struktur oder über die Indikation. Wer die Indikation weiter fasst, operiert mehr Menschen – auch solche, bei denen mit schlechteren Ergebnissen zu rechnen ist. Wir gehen den anderen Weg.
✓Das behandeln wir
- Kurzsichtigkeit bis −6 dpt mit Trans-PRK, bis −8 dpt mit Femto-LASIK
- Astigmatismus bis 5 dpt
- Weitsichtigkeit bis +3 dpt – ausschließlich mit Femto-LASIK
- Stabile Werte über mindestens zwölf Monate
✕Das behandeln wir nicht
- Werte im KRC-Grenzbereich – auch wenn sie technisch machbar wären
- Flap-Erzeugung mit mechanischem Mikrokeratom
- Weitsichtigkeit mit Trans-PRK
- Zu dünne Hornhaut für das jeweilige Verfahren
- Fälle, die eine Linsenlösung statt einer Laserkorrektur brauchen
Wenn die Voruntersuchung ergibt, dass Du außerhalb des Anwendungsbereichs liegst, sagen wir das – und nennen Dir, welches Verfahren stattdessen infrage käme. Für den Eingriff berechnen wir in diesem Fall nichts.
Worauf wir uns beziehen
KRC-Empfehlungen
Bewertung und Qualitätssicherung refraktiv-chirurgischer Eingriffe durch die DOG und den BVA. Stand Mai 2024.
Originaldokument (PDF)ESCRS
European Society of Cataract & Refractive Surgeons – die europäische Fachgesellschaft für refraktive Chirurgie und ihre klinischen Standards.
escrs.orgUnsere Geräte
SCHWIND ATOS für den Flap, SCHWIND Amaris 1050 RS für die Ablation – eine aufeinander abgestimmte Plattform eines Herstellers.
Zur TechnologieDie KRC ist eine Kommission der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands. Ihre Empfehlungen sind in Österreich nicht rechtlich bindend – wir orientieren uns freiwillig an ihnen, weil sie den derzeit genauesten öffentlich nachprüfbaren Maßstab für refraktive Chirurgie darstellen. Die genannten Grenzwerte ersetzen keine individuelle Untersuchung.
Liegst Du im Anwendungsbereich?
Fünf Fragen zu Alter, Dioptrien und Vorgeschichte. Du erfährst sofort, ob Augenlasern für Dich infrage kommt – und mit welchem Verfahren.
