Augenlasern Methoden – Innovative Methoden der Laser-Sehkorrektur und Patientenkomfort (LASIK, LASEK, ReLEx SMILE & Co) 

2 Jahren Victor Derhartunian

Das Augenlasern ist ein Eingriff in der refraktiven Chirurgie, der sich an stetig wachsender Beliebtheit erfreut. Keratomileusis – so bezeichnet man Operationstechniken, die die refraktive Chirurgie bereithält und welche die Brechkraft des Auges durch Bearbeitung der Hornhaut verändern können. Im Laufe der Jahre haben sich die Augenlaser Methoden stark entwickelt. Dadurch können Patienten, die an einer Fehlsichtigkeit leiden heutzutage eine präzise und individuell angepasste Behandlung genießen. Mehr rund um die verschiedenen Augenlaser Verfahren, zu deren Entwicklung und den Vor- und Nachteilen für Sie als Patient erfahren Sie in diesem Artikel.

PRK – Augenlasern mit einem erprobten Verfahren

Das Augenlaserverfahren PRK (Photorefraktive Keratektomie) ist eine der ältesten und erprobtesten Methoden. Die PRK Methode bietet einige Vorteile: Im Gegensatz zu anderen Augenlaser Behandlungen wird hier kein Hornhautflap erzeugt, womit keine flapbedingten Komplikationen auftreten können. Zudem ist ein PRK Eingriff bei Patienten mit einer dünnen Hornhaut möglich.

Durch den Eingriff lassen sich verschiedene Sehfehler korrigieren: Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) und Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Das Verfahren lässt sich sowohl im Rahmen einer Erstbehandlung als auch bei einer Nachbehandlung anwenden, wenn das Ergebnis bei einer vergangenen Augenoperation nicht optimal war (insbesondere bei LASIK). Eine kurze Behandlungszeit von 10 Minuten pro Auge – danach können Patienten eine bessere Sehkraft genießen. Beide Augen können in einer Sitzung korrigiert werden.

Ablauf der PRK Augenlaser-Behandlung

Im Vorfeld einer jeden Augenlaser Behandlung findet eine Voruntersuchung statt. Der Eingriff selbst wird in der Regel ambulant durchgeführt. Dabei sieht der Ablauf wie folgt aus:

  1. Betäubende Augentropfen werden aufgetragen und sorgen für einen schmerzfreien Eingriff.
  2. Das Hornhautepithel wird entfernt.
  3. Mit einem Excimerlaser wird die darunter liegende Hornhaut behandelt und dadurch die Brechkraft des Auges verändert.
  4. Eine Schutzlinse wird eingesetzt und sorgt für einen möglichst reibungslosen Heilungsprozess.

Zu beachten ist jedoch, dass der Heilungsprozess bei PRK-Methoden grundsätzlich länger dauert als bei anderen Augenlaser Methoden. Zudem berichten Patienten, die mit PRK behandelt wurden häufiger über postoperative Schmerzen.

Weiterentwicklung der PRK-Methode

LASEK – eine weiterentwickelte Variante der PRK. Die Laserbehandlung mit LASEK zeichnet sich dadurch aus, dass das Hornhautepithel zuvor mit Alkohol behandelt wird. Durch den Alkohol kann das Epithel anschließend mit Instrumenten angehoben und zur Seite geschoben werden. Danach erfolgt eine Behandlung mit dem Excimerlaser – wie bei der PRK. Nach dem Eingriff wird das Epithel wieder in die ursprüngliche Position gebracht. Die Behandlung mit dem Alkohol führt jedoch häufig zu Irritationen und Komplikationen, weshalb diese Methode heutzutage weniger angewendet wird.

Trans-PRK – eine schonendes No-Touch-Verfahren beim Augenlasern

Die Trans-PRK (Transepithale Photorefraktive Keratektomie) stellt ein alternatives und innovativeres Verfahren zu den PRK-Methoden dar. Durch das No-Touch-Verfahren gilt die Trans-PRK als schonendere Methode. Die Patienten erfreuen sich an einer kürzeren Heilungszeit, sowie an einem niedrigeren Risiko für Komplikationen. Die Trans-PRK ist für Menschen mit einer dünnen Hornhaut geeignet. Es kann eine Korrektur von Fehlsichtigkeiten mit folgenden Anwendungsgrenzen vorgenommen werden:

  • Kurzsichtigkeit bis zu -6 Dioptrien
  • Weitsichtigkeit bis zu +3 Dioptrien
  • Hornhautverkrümmung bis 5 Dioptrien

Trans-PRK: Unterschied zur einfachen PRK-Behandlung

Im Gegensatz zur PRK und LASEK wird das zu operierende Auge bei Trans-PRK nicht mechanisch, sondern ausschließlich durch einen Laser berührt und behandelt. Daher wird Trans-PRK auch als No-Touch-Verfahren bezeichnet.

Nachdem betäubende Augentropfen aufgetragen wurden, wird das Epithel mittels eines Excimerlasers entfernt. Danach erfolgt die eigentliche Behandlung der Hornhaut – ebenfalls mit dem Excimerlaser. Die anschließend eingesetzten therapeutische Kontaktlinsen sorgen für den nötigen Schutz nach der Laser-OP. Das Epithel regeneriert innerhalb weniger Tage.

Femto-LASIK – Augen lasern lassen mit modernsten Methoden

Die Femto-LASIK Methode gehört zu den moderneren Verfahren des Augenlaserns. Auch hier lassen sich Kurz- oder Weitsichtigkeit, sowie eine Hornhautverkrümmung korrigieren. Der Anwendungsbereich von Femto-LASIK ist relativ weit, weshalb die Methode bei rund 95% aller Patienten mit Brille oder Kontaktlinsen geeignet ist, wenn ansonsten keine Ausschlussgründe vorliegen. Die Grenzbereiche liegen bei folgenden Werten:

Ablauf von Femto-LASIK

Die Operation selbst beträgt pro Auge nur ca. 30 Sekunden. Inklusive der Vorbereitung und der Nachbereitung der Augenoperation haben Sie den Eingriff in wenigen Minuten hinter sich gebracht.

Bei Femto-LASIK wird die oberste Schicht der Hornhaut geöffnet und zur Seite geklappt – es wird ein sogenannter Flap erzeugt. Dazu wird ein Femtosekundenlaser eingsetzt, der hochmodern ist. Dieser ermöglicht besonders dünne Hornhautflaps. Nachdem das Auge präpariert wurde, erfolgt die eigentliche Korrektur der Fehlsichtigkeit mittels eines Excimerlasers.

Vor und Nachteile von Femto-LASIK

Insgesamt gilt zu beachten, dass bei Femto-LASIK ein Hornhautflap erzeugt wird. Das bedeutet, dass die Laser-OP flapbedingten Risiken einhergeht. Zu den flapbedingten Komplikationen gehören z.B.:

  • Verrutschen des Flaps
  • Abtrennung des Flaps
  • Flapfalten

Femto-LASIK gilt grundsätzlich als ein schmerzfreies Verfahren. Einige Patienten verspüren während der Behandlung lediglich ein Druckgefühl. Der modere Femtosekundenlaser sorgt für eine schnelle Behandlung. Zudem wirkt der erzeugte Hornhautflap wie ein natürliches Pflaster, sodass sich das Auge schnell erholen kann. Dementsprechend fällt die Heilungszeit nach einer Femto-LASIK Behandlung kurz aus. Innerhalb weniger Stunden bemerken die Patienten eine bessere Sehschärfe. Nach rund vier Wochen ist der Heilungsprozess in der Regel abgeschlossen.

LASIK und Femto-LASIK: Was ist der Unterschied?

Femto-LASIK stellt eine Innovation gegenüber der ursprünglich entwickelten einfachen LASIK (Laser-in-situ-keratomileusis) Behandlung dar. LASIK ist eine ältere und gängige Methode des Augenlaserns. Sowohl bei LASIK als auch bei Femto-LASIK wird ein Flap erzeugt – hierbei unterscheiden sich die Verfahren in dem Erzeugen des Flaps.

Bei LASIK wird ein kleiner Schnitt in die Hornhaut gesetzt, was durch ein Mikrokeratom geschieht. Dabei handelt es sich um eine präzises elektronisch gesteuertes Mikroskalpell. Der Nachteil bei Anwendung des Mikrokeratoms: Die Infektionsgefahr ist höher als bei einem Eingriff mit Laser. Zudem kann ein Laser präziser arbeiten.

Genau hier lohnt eine Nachfrage. Der Begriff „LASIK“ sagt nämlich nichts darüber aus, womit der Flap angelegt wurde – mit einem Mikrokeratom oder mit einem Femtosekundenlaser. Beides darf sich LASIK nennen, und manche Anbieter werben mit dem Begriff, obwohl sie mechanisch schneiden. Fragen Sie deshalb vor jeder Behandlung konkret: Welches Gerät legt den Flap an? Bei uns ist es der SCHWIND ATOS Femtosekundenlaser, die Korrektur übernimmt der SCHWIND Amaris 1050 RS. Ein Mikrokeratom kommt bei uns nicht zum Einsatz.

Verfahren, die wir bewusst nicht anbieten

Die refraktive Chirurgie kennt mehr Verfahren, als wir einsetzen. Das ist eine Entscheidung, keine Lücke: Wir konzentrieren uns auf zwei Methoden, die wir täglich anwenden, mit einer Geräteplattform, die wir vollständig beherrschen. Wer bei uns fragt, bekommt deshalb auch die ehrliche Antwort, wenn etwas anderes sinnvoller wäre.

Lentikelextraktion: ReLEx SMILE und SmartSight

Bei diesen Verfahren wird kein Flap angelegt. Stattdessen löst ein Femtosekundenlaser im Inneren der Hornhaut ein linsenförmiges Gewebestück heraus, das Lentikel, und entnimmt es durch einen kleinen Schnitt. Das schont die Hornhautnerven und ist bei trockenen Augen ein Vorteil.

Wir bieten diese Verfahren nicht an. Für die Fehlsichtigkeiten in unserem Behandlungsbereich erreichen Femto-LASIK und Trans-PRK vergleichbare Ergebnisse – zu einem Preis, den wir bei der Lentikelextraktion nicht halten könnten. Wenn Sie gezielt ein Lentikelverfahren suchen, sagen wir Ihnen das bei der Voruntersuchung offen.

Linsenverfahren: ICL, Linsentausch und Intraokularlinsen

Wenn die Fehlsichtigkeit zu stark oder die Hornhaut zu dünn ist, kommt der Laser an seine Grenze. Dann arbeitet man an der Linse statt an der Hornhaut: Eine implantierbare Kontaktlinse (ICL) wird zusätzlich zur natürlichen Linse eingesetzt, beim Linsentausch wird die natürliche Linse durch eine Kunstlinse ersetzt.

Auch diese Eingriffe gehören nicht zu unserem Angebot. Sie sind aufwendiger, teurer und folgen anderen Risikoabwägungen als eine Laserkorrektur. Liegen Ihre Werte außerhalb dessen, was wir verantworten können, sagen wir Ihnen das – und schicken Sie nicht mit einem Grenzwertbefund in den Laser.

Alterssichtigkeit und Grauer Star

Die Alterssichtigkeit entsteht, weil die natürliche Linse ab etwa 45 Jahren an Elastizität verliert. Beim Grauen Star trübt sie sich ein. Beides sind Veränderungen der Linse – und beides lässt sich an der Hornhaut nicht beheben. Wir behandeln daher weder das eine noch das andere.

Ausführliche Informationen zum Grauen Star und seiner Behandlung finden Sie auf kataraktlaser.at.

Fazit: zwei Verfahren, ein Preis, klare Grenzen

Für Kurzsichtigkeit bis −8 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis +3 Dioptrien und Hornhautverkrümmung bis 5 Dioptrien stehen mit Femto-LASIK und Trans-PRK zwei ausgereifte Verfahren zur Verfügung. Welches davon zu Ihnen passt, entscheidet nicht der Preis – beide kosten bei uns ab 950 € pro Auge – sondern Ihre Hornhautdicke, Ihre Dioptrienwerte und Ihr Alltag.

Diese Werte liegen erst nach der Voruntersuchung auf dem Tisch. Einen ersten Anhaltspunkt, ob eine Laserkorrektur für Sie grundsätzlich infrage kommt, gibt Ihnen unser Selbsttest in zwei Minuten. Woran wir uns dabei halten, steht offen in den KRC-Empfehlungen.

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Victor Derhartunian

Dr. Victor Derhartunian, FEBO, ist ärztlicher Leiter von Smartlaser Wien und Mitglied der Ärztekammer für Wien. Er verantwortet die medizinischen Standards und die Indikationsstellung nach den KRC-Empfehlungen von DOG und BVA. Operiert wird bei Smartlaser von Fachärzten für Augenheilkunde mit langjähriger Erfahrung in der refraktiven Chirurgie. Beratung in fünf Sprachen.

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