Augenlasern Komplikation & Nebenwirkung: Was kann nach der Behandlung passieren?

3 Wochen Victor Derhartunian

Egal ob Femto-LASIK oder Trans-PRK: Jeder medizinische Eingriff birgt gewisse Risiken für Komplikationen und Nebenwirkungen. Hier erfahren Sie, was die häufigsten Nachwirkungen von Augenlaserkorrekturen sind, bei welchen Verfahren sie typischerweise auftreten, welche Ursachen sie haben und wie Sie sie am besten vermeiden bzw. behandeln können.

Ist Augenlasern sicher?

Die Komplikationsrate beim Augenlasern ist insgesamt sehr gering. Die meisten Studien zeigen, dass schwerwiegende Komplikationen bei weniger als 1% der Patienten auftreten. Häufige Nebenwirkungen, die oft als Komplikationen missverstanden werden, umfassen vorübergehende Symptome wie trockene Augen, Halos und leichte Sehstörungen, die jedoch meist innerhalb weniger Wochen bis Monate nach der Operation von selbst verschwinden.

Langfristig betrachtet, haben die meisten Patienten nach dem Augenlasern eine deutlich verbesserte Sehqualität und benötigen keine weiteren Sehhilfen. Studien belegen, dass die Zufriedenheitsrate unter Patienten, die sich einem Augenlasereingriff unterzogen haben, bei über 90% liegt .

Trockene Augen als Komplikation nach Augenlaserkorrektur

Trockene Augen sind eine häufige Nebenwirkung nach Augenlaseroperationen und äußern sich durch Symptome wie Brennen, Juckreiz, ein Fremdkörpergefühl und Rötung der Augen. Patienten können auch über verschwommenes Sehen und allgemeines Unbehagen klagen, insbesondere bei längerer Nutzung digitaler Bildschirme oder in klimatisierten Umgebungen.

Bei welchem Augenlaser-Verfahren kann es auftreten?

Was ist der Grund dafür?

  • Beeinträchtigung der Nerven: Während des Eingriffs werden kleine Nerven in der Hornhaut durchtrennt, die für die Regulation der Tränenproduktion verantwortlich sind. Dies kann die Tränenproduktion vorübergehend verringern.
  • Veränderung der Tränenfilmqualität: Der Eingriff kann die Zusammensetzung und Verteilung des Tränenfilms beeinflussen, was zu einer unzureichenden Befeuchtung der Augenoberfläche führt.
  • Heilungsprozesse: Während der Heilung kann es zu vorübergehenden Störungen der Tränenproduktion kommen, da das Gewebe und die Nerven regenerieren.

Was sollte Sie dagegen tun?

Um trockene Augen nach dem Augenlasern zu lindern und zu behandeln, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Künstliche Tränen: Regelmäßige Anwendung von künstlichen Tränen kann helfen, die Augen feucht zu halten und die Symptome zu lindern.
  • Augentropfen: Vom Arzt verschriebene Augentropfen, die entzündungshemmend wirken oder die Tränenproduktion stimulieren, können ebenfalls hilfreich sein.
  • Omega-3-Fettsäuren: Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, beispielsweise durch Nahrungsergänzungsmittel oder eine entsprechende Ernährung, kann die Tränenfilmqualität verbessern.
  • Umgebungsanpassungen: Vermeidung von trockenen, windigen Umgebungen und die Verwendung eines Luftbefeuchters können ebenfalls helfen, die Symptome zu reduzieren.

Über- oder Unterkorrektur

Eine Überkorrektur oder Unterkorrektur nach dem Augenlasern äußert sich durch unbefriedigende Sehergebnisse, bei denen die ursprüngliche Fehlsichtigkeit entweder nicht vollständig korrigiert wurde (Unterkorrektur) oder zu stark korrigiert wurde (Überkorrektur). Symptome können verschwommenes Sehen, Schwierigkeiten beim Fokussieren, Kopfschmerzen und eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Sehqualität umfassen.

Bei welchem Augenlaser-Verfahren kann es auftreten?

Diese Komplikationen können bei allen Arten von Augenlaser-Verfahren auftreten, einschließlich:

  • Femto-LASIK
  • Trans-PRK
  • SmartSight (ReLEx SMILE)

Was ist der Grund dafür?

Die Ursachen für eine Überkorrektur oder Unterkorrektur können vielfältig sein:

  • Individuelle Heilungsprozesse: Jeder Patient heilt unterschiedlich, und die Reaktion des Auges auf den Laser kann variieren.
  • Laserparameter: Ungenauigkeiten bei der Einstellung der Laserparameter oder der individuellen Planung der Operation können zu einer ungenauen Korrektur führen.
  • Hornhautdicke: Die Beschaffenheit und Dicke der Hornhaut beeinflussen, wie der Laser die Fehlsichtigkeit korrigiert, und können zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen.
  • Alter und Sehfehler: Das Alter des Patienten und das Ausmaß des ursprünglichen Sehfehlers können ebenfalls eine Rolle spielen.

Was sollte man dagegen tun?

  • Nachkorrektur: Ein weiterer Laser-Eingriff kann durchgeführt werden, um die verbleibende Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Dies wird häufig als „Enhancement“ bezeichnet.
  • Brillen oder Kontaktlinsen: Vorübergehend oder dauerhaft können Brillen oder Kontaktlinsen getragen werden, um die Sehqualität zu verbessern.

Halos und Glare nach dem Augenlasern

Halos erscheinen als leuchtende Ringe um Lichtquellen, insbesondere nachts oder in schlecht beleuchteten Umgebungen. Glare bezeichnet eine verstärkte Blendempfindlichkeit, bei der Lichtquellen besonders hell und störend wirken. Diese Symptome können das nächtliche Sehen erheblich beeinträchtigen und das Autofahren oder andere Aktivitäten bei schwachem Licht erschweren.

Bei welchem Augenlaser-Verfahren kann es auftreten?

  • Femto-LASIK
  • Trans-PRK
  • SmartSight (ReLEx SMILE)

Was ist der Grund dafür?

Die Ursachen für Halos und Glare nach dem Augenlasern sind vielfältig:

  • Veränderungen der Hornhautoberfläche: Der Laser verändert die Form und Struktur der Hornhaut, was zu Unregelmäßigkeiten führen kann, die das Licht streuen und diese visuellen Phänomene verursachen.
  • Heilungsprozess: Während der Heilung können sich die Hornhautschichten neu anordnen, was temporäre Unregelmäßigkeiten verursacht.
  • Pupillengröße: Bei großen Pupillen kann das Licht außerhalb der behandelten Zone auf die Netzhaut gelangen und Halos verursachen.
  • Nachtsicht: Die Unterschiede in der Lichtbrechung zwischen den zentralen und peripheren Bereichen der Hornhaut können besonders bei schlechten Lichtverhältnissen auffällig sein.

Was sollte man dagegen tun?

  • Anpassung des Lebensstils: Vermeiden von Fahrten bei Nacht und hellem Licht, bis sich die Symptome verbessern.
  • Spezielle Brillen: Verwendung von Nachtsichtbrillen oder Brillen mit entspiegelten Gläsern, die helfen können, Blendungen zu reduzieren.
  • Künstliche Tränen: Diese können helfen, die Augenoberfläche glatt zu halten und die Lichtstreuung zu minimieren.
  • Geduld: In vielen Fällen verbessern sich Halos und Glare innerhalb weniger Wochen bis Monate, da sich das Auge an die neue Hornhautform anpasst und die Heilung voranschreitet.
  • Nachkorrektur: In schweren Fällen kann eine Nachkorrektur in Betracht gezogen werden, um die Hornhautoberfläche weiter zu glätten und die Symptome zu reduzieren.

Postoperative Infektion

Postoperative Infektionen nach dem Augenlasern sind selten, aber ernsthafte Komplikationen, die sich durch starke Schmerzen, Rötung, vermehrten Tränenfluss, Eiteraustritt und eine plötzliche Verschlechterung der Sehkraft äußern können. Patienten können auch eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und ein allgemeines Unwohlsein im Auge verspüren.

Bei welchem Augenlaser-Verfahren kann es auftreten?

  • Femto-LASIK
  • Trans-PRK
  • SmartSight (ReLEx SMILE)

Was ist der Grund dafür?

Die Ursachen für postoperative Infektionen sind meist auf das Eindringen von Bakterien, Viren oder Pilzen in das operierte Auge zurückzuführen. Dies kann während oder nach der Operation geschehen, insbesondere wenn postoperative Hygienemaßnahmen nicht strikt eingehalten werden. Zu den häufigsten Gründen gehören:

  • Kontaminierte Instrumente oder Umgebung: Mangelnde Sterilität während der Operation.
  • Unzureichende postoperative Pflege: Nichtbeachtung der Anweisungen zur Nachsorge und Hygiene durch den Patienten.
  • Vorerkrankungen: Vorbestehende Augeninfektionen oder ein geschwächtes Immunsystem können das Risiko erhöhen.

Was sollte man dagegen tun?

  • Sofortige ärztliche Untersuchung: Bei Verdacht auf eine Infektion sollte umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden.
  • Antibiotische Augentropfen: Der Arzt kann antibiotische Augentropfen oder systemische Antibiotika verschreiben, um die Infektion zu bekämpfen.
  • Strikte Hygienemaßnahmen: Befolgen Sie strikt die Anweisungen zur Pflege und Hygiene, einschließlich regelmäßiger Reinigung des Auges und Vermeidung von Kontakt mit kontaminierten Oberflächen.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen und sicherzustellen, dass die Infektion vollständig abgeklungen ist.

Prävention

  • Sterile Operationstechniken: Sicherstellung der Sterilität während der Operation durch das medizinische Personal.
  • Postoperative Pflegeanweisungen: Befolgen Sie die vom Arzt gegebenen Anweisungen zur Pflege des Auges nach der Operation.
  • Vermeidung von Kontamination: Vermeiden Sie das Berühren der Augen mit ungewaschenen Händen und schützen Sie die Augen vor potenziellen Infektionsquellen.

Schwankende Sehstärke unmittelbar nach dem Eingriff

Schwankende Sehstärke ist ein häufiges Phänomen unmittelbar nach einer Augenlaseroperation. Patienten berichten oft, dass ihre Sehschärfe variieren kann, besonders in den ersten Tagen bis Wochen nach dem Eingriff. Diese Schwankungen können sich als wechselnde Klarheit des Sehens, zeitweise verschwommenes Sehen und Schwierigkeiten beim Fokussieren äußern.

Arzt erklärt einer Patientin an einem Augenmodell mögliche Komplikationen der Augenlaserbehandlung
Arzt erklärt einer Patientin an einem Augenmodell mögliche Komplikationen der Augenlaserbehandlung

Bei welchem Augenlaser-Verfahren kann es auftreten?

Eine schwankende Sehstärke ist eine völlig normale Nebenwirkung nach dem Augenlasern. Das Auge muss sich erst an den neuen Seheindruck gewöhnen und dementsprechend kann diese “Komplikation” bei jeder Form des Augenlaserns und jeder Variante der Linsenoperation auftreten. 

Was ist der Grund dafür?

  • Heilungsprozess: Während das Auge heilt, kann es zu vorübergehenden Unregelmäßigkeiten in der Hornhaut kommen, die die Lichtbrechung beeinflussen.
  • Tränenfilminstabilität: Nach der Operation kann der Tränenfilm vorübergehend instabil sein, was zu wechselnder Sehklarheit führt.
  • Schwellungen und Reaktionen: Schwellungen und entzündliche Reaktionen im Auge nach der Operation können ebenfalls zu schwankender Sehschärfe beitragen.
  • Nervenregeneration: Die Nerven in der Hornhaut regenerieren sich, was zu zeitweiligen Veränderungen in der Sehschärfe führen kann.

Was sollte man dagegen tun?

  • Geduld: Schwankende Sehstärke ist oft ein normaler Teil des Heilungsprozesses und verbessert sich in der Regel innerhalb weniger Wochen.
  • Künstliche Tränen: Die Verwendung von künstlichen Tränen kann helfen, die Stabilität des Tränenfilms zu verbessern und vorübergehende Sehschwankungen zu minimieren.
  • Vermeidung von Überanstrengung: Vermeiden Sie Aktivitäten, die Ihre Augen überanstrengen könnten, wie lange Stunden vor Bildschirmen oder intensive Naharbeit.
  • Schutz vor Umweltreizen: Schützen Sie Ihre Augen vor Wind, Staub und anderen Reizstoffen, die die Heilung beeinträchtigen könnten.

Epitheliale Einwachsungen nach Femto-LASIK

Epitheliale Einwachsungen nach Femto-LASIK äußern sich durch Symptome wie verschwommenes Sehen, Unwohlsein, ein Fremdkörpergefühl und manchmal auch Schmerzen im Auge. Diese Einwachsungen können dazu führen, dass die Sicht verschleiert erscheint und die Sehqualität beeinträchtigt wird.

Epitheliale Einwachsungen können speziell bei Femto-LASIK auftreten. Dies liegt daran, dass bei diesem Verfahren ein Hornhautlappen (Flap) erstellt wird, unter dem epitheliale Zellen einwachsen können.

Was ist der Grund dafür?

  • Mechanische Dislokation des Flaps: Während oder nach der Operation kann der Hornhautlappen (Flap) nicht richtig anliegen oder sich verschieben, was es epithelialen Zellen ermöglicht, unter den Flap zu wandern.
  • Verletzung des Epithels: Während der Operation kann es zu kleinen Verletzungen des Hornhautepithels kommen, die das Einwachsen von Zellen fördern.
  • Unzureichende Reinigung des Flap-Bereichs: Wenn der Bereich unter dem Flap nicht vollständig sauber ist, können epitheliale Zellen verbleiben und einwachsen.

Was sollte man dagegen tun?

  • Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen: Engmaschige Nachsorgeuntersuchungen sind entscheidend, um epitheliale Einwachsungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Überwachung und Beobachtung: Bei kleinen Einwachsungen kann der Augenarzt entscheiden, diese zu beobachten, da sie sich in einigen Fällen von selbst stabilisieren können.
  • Chirurgische Intervention: Bei signifikanten Einwachsungen oder wenn die Sehqualität stark beeinträchtigt ist, kann eine erneute Operation erforderlich sein. Dabei wird der Flap angehoben, die eingewachsenen Zellen entfernt und der Bereich gründlich gereinigt, bevor der Flap wieder repositioniert wird.
  • Augentropfen und Medikamente: In einigen Fällen können spezielle Augentropfen verschrieben werden, um die Heilung zu unterstützen und die Gefahr weiterer Einwachsungen zu minimieren.

Hornhaut-Ektasie

Hornhautektasie nach dem Augenlasern ist eine seltene, aber ernsthafte Komplikation, die sich durch eine fortschreitende Verdünnung und Vorwölbung der Hornhaut äußert. Patienten bemerken oft eine Verschlechterung der Sehschärfe, verzerrtes Sehen und möglicherweise Doppelbilder. Diese Symptome können sich allmählich verschlimmern und die Sehqualität erheblich beeinträchtigen.

Bei welchem Augenlaser-Verfahren kann es auftreten?

Hornhautektasie kann nach verschiedenen Augenlaser-Verfahren auftreten, tritt jedoch häufiger bei LASIK und Femto-LASIK auf. Es ist seltener bei Verfahren wie PRK oder Trans-PRK, da diese Methoden keine Hornhautlappen erstellen.

Was ist der Grund dafür?

Die Ursachen für Hornhautektasie sind meist auf strukturelle Schwächen der Hornhaut zurückzuführen, die durch das Augenlaserverfahren verstärkt werden können:

  • Vorbestehende Hornhauterkrankungen: Patienten mit einer dünnen oder schwachen Hornhaut vor der Operation haben ein höheres Risiko.
  • Übermäßige Gewebeabtragung: Eine zu aggressive Abtragung von Hornhautgewebe während der Operation kann die strukturelle Integrität der Hornhaut beeinträchtigen.
  • Biomechanische Schwächung: Das Erstellen eines Hornhautlappens bei LASIK kann die biomechanische Stabilität der Hornhaut verringern, was zu einer Vorwölbung führen kann.

Was sollte man dagegen tun?

  • Früherkennung und Überwachung: Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind entscheidend, um frühe Anzeichen von Hornhautektasie zu erkennen und den Verlauf zu überwachen.
  • Keratokonus-Kontaktlinsen: Spezielle Kontaktlinsen können helfen, die Sehqualität zu verbessern, indem sie die unregelmäßige Hornhautoberfläche ausgleichen.
  • Hornhaut-Crosslinking (CXL): Ein minimalinvasives Verfahren, das die Hornhaut stärkt und ihre biomechanische Stabilität erhöht. Dabei wird die Hornhaut mit Riboflavin getränkt und anschließend mit UV-Licht bestrahlt, um neue Querverbindungen zwischen den Kollagenfasern zu schaffen.

Hornhauttransplantation: In schweren Fällen kann eine Hornhauttransplantation notwendig sein, um die Sehqualität wiederherzustellen.

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Victor Derhartunian

Nachdem er sein Handwerk von den beiden Pionieren der Laserchirurgie gelernt hat, gehört Dr. Victor Derhartunian zu den führenden Augenlaser-Chirurgen. Er leitet die Praxis in Wien und kann seine Patienten in fünf Sprachen beraten.

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